Twitter effektiv für die Rekrutierung nutzen

Twitter hat sich als soziales Netzwerk in der Schweiz längst etabliert und erfreut sich seit Jahren an wachsenden Nutzerzahlen. Wie kann Twitter effektiv für Rekrutierungszwecke genutzt werden? Und wie kann man Twitter zur Gewinnung neuer Mitarbeiter einsetzen? Ein Augenschein und einige Praxistipps.

Das soziale Netzwerk Twitter bietet für Arbeitgeber interessante Optionen, um beispielsweise mit gezielt gesetzten Hashtags offene Jobs zu verbreiten. Trotzdem wird Twitter hierzulande nur zögerlich für die Rekrutierung eingesetzt – dies trotz steigender Nutzerzahlen. Im englischsprachigen Raum wird Twitter viel häufiger eingesetzt. Wir haben darum einige Praxis-Tipps von Fortune 500 Firmen aus den USA zusammengetragen, die als Inspiration für die Rekrutierung via Twitter dienen können.

Mehr Stellensuchende auf Twitter als bei LinkedIn

Gemäss einer breit angelegten Studie befinden sich in den Staaten mehr aktive Stellensuchende auf Twitter als auf dem beruflichen Netzwerk LinkedIn. Twitter wird von den Usern sehr gerne dafür genutzt, um Firmen zu folgen, für die man sich interessiert. Dies trifft sicherlich nicht nur für die aktiven Stellensuchenden zu, sondern auch für den grossen Pool von Talenten, welche zwar nicht aktiv suchen, aber durchaus offen wären für eine berufliche Veränderung. Wie können diese erreicht werden?

Für Rekrutierungszwecke einen separaten Twitter-Account nutzen

Setzen Sie nebst dem allgemeinen Twitter-Account einen klar erkennbaren Rekrutierungs-Account auf (der zum Beispiel mit Firmenname_Jobs benannt wird). In der Twitter-Bio sollte erkennbar sein, wer auf diesem Account twittert und natürlich sollte ein Link auf die Seite mit den offenen Stellen platziert werden. Gerade grosse Firmen unterhalten oft verschiedene Twitter Kanäle (wie beispielsweise einen Kundendienst-, Job- oder einen News-Kanal). Walt Disney spricht mit seinem Haupt-Account @disney beispielsweise von den demographischen Eigenheiten ein anderes Publikum an als mit dem Job-Account @TWDCjobs.

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Wichtig: Man sollte einen Job-Kanal nicht ausschliesslich zum Posten von Vakanzen nutzen. Schliesslich erwarten die anderen Nutzer einen Mehrwert davon, wenn sie einem Account folgen. Dieser kann darin bestehen, dass auf einem solchen Account über aktuelle Trends der jeweiligen Industrie getwittert wird, dass man Mitarbeiter vorstellt und Einblicke hinter die Kulissen des Betriebes gewährt.

 

Hier wurde beispielsweise ein Tweet mit einem Mitarbeiter-Statement abgesetzt, in welchem der Angestellte erklärt, warum er gerne in der Firma arbeitet. So wird eine Verbindung zu den Interessenten aufgebaut und diese werden empfänglicher für Stellenausschreibungen, welche sie zu einem späteren Zeitpunkt auf dem Kanal sehen. Ebenfalls ein beliebtes Feature auf Twitter sind Umfragen, welche mit wenigen Klicks erstellt werden können. Genauso kann man auf Veranstaltungen aufmerksam machen, welche die Firma durchführt oder von einem Fachevent berichten, den man selber besucht.

Nicht vergessen: Twitter ist ein soziales Netzwerk

Eines darf beim Einsatz von Twitter als Rekrutierungskanal nie unterschätzt werden: Der soziale Aspekt des Netzwerkes. Die Interaktionen auf Twitter finden völlig öffentlich und für jedermann einsehbar statt. Zeitnahe Antworten sind dabei ebenso wichtig wie eine Strategie, wie man auf potenziell heikle Anfragen reagiert, welche sonst möglicherweise sehr schnell und öffentlich eskalieren können. Wichtig ist, dass solche Twitter-Accounts von Fachpersonen betreut werden, welche die Dynamiken des Netzwerkes kennen und entsprechend sensibilisiert sind.

Wer über Twitter Job-Suchende direkt ansprechen will, arbeitet idealerweise mit dem Ordnungssystem der Hashtags. Wer also beispielsweise einen Job als Frontend Developer zu vergeben hat, verwendet #frontenddeveloper und twittert den Link der Stellenausschreibung mit dem entsprechenden Hashtag. Natürlich nicht einfach plump und kommentarlos, sondern mit einer Kurz-Bemerkung wie „Wäre das etwas für dich @xy“? Als unterstützende Massnahme können in der Rekrutierung auch Twitter-Ads eingesetzt werden (ausführlicher Artikel dazu hier).

Richtig eingesetzt, wird ein Twitter-Recruiting Account so nicht nur zur reinen Job-Plattform, sondern auch zu einem Content-Hub, welchen Interessenten gerne besuchen, um sich zu informieren. Das wiederum wirkt sich positiv aufs Employer Branding aus.

Haben Sie weitere Tipps, wie Twitter effektiv für die Rekrutierung genutzt werden kann?

 

Via und Bildquelle

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Eine Antwort auf Twitter effektiv für die Rekrutierung nutzen

  1.  Florian Schrupp schrieb am 26. Jan. um 5:11

    Super geschrieben! Ich kann die Erfahrung so teilen. Unternehmen, die einen Twitter-Kanal anbieten, sollten nicht nur Stellen posten, denn das wird schnell langweilig und die Follower wandern ab. Besser ist es, regelmäßig Neuigkeiten rund um das Unternehmen zu twittern und hin und wieder mal eine aktuelle Vakanz. So baut man sich einen guten Followerkreis auf und wird wahrgenommen. Und Wahrnehmung ist das A und O, denn die Follower müssen sich nicht zwingend bewerben, sie kennen aber wiederum ihrerseits Leute, auf die die Stelle ggf. sehr gut passt und geben Bescheid: Hey, schau mal hier. Ich folge Unternehmen XY. Die haben heute mal diese Stelle getwittert. Du suchst doch gerade. Würde das nicht zu Dir passen?


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