War man früher auf der Jobsuche, so durchforstete man Zeitungen und Fachzeitschriften nach passenden Stellenangeboten – und schickte anschliessend eine Bewerbungsmappe, mit den erforderlichen Unterlagen, an den Personalverantwortlichen. Heute ist dies längst nicht mehr der Normalfall. So kommt es beispielsweise auf Business Netzwerken wie Xing oder LinkedIn immer häufiger vor, dass ein Arbeitnehmer von suchenden Unternehmen gezielt angesprochen werden. Soweit so gut. In Zeiten von Social Media, wo Authentizität und Transparenz zu den wichtigsten Faktoren gehören, sollte es eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass diese Kontaktaufnahme von wirklichen Mitarbeitern eines Unternehmens durchgeführt wird. In der Realität sieht dies scheinbar manchmal anders aus.
Der Fall Lena-Berger
Das dies nicht zwangsläufig der Fall ist, stellt Herr Riechers in einem Post ausführlich vor. Die kurze Zusammenfassung: Er erhält eines Tages eine Nachricht auf Xing mit einem Jobangebot von einer Frau Lena Berger. Auf Grund des ausserordentlich guten Aussehens und dem etwas zu „hochglanz-mässigen“ Bildes stellt dieser weitere Recherchen an (beispielsweise über die Suchmaschine Tineye. Daraufhin stellt er fest, dass die Dame die Ihn kontaktiert hat, nicht Lena Berger ist.
Es stellt sich hier ganz klar die Frage, warum Unternehmen eine Belegschaft vortäuschen, die gar nicht existiert? Gerade Start-Up Unternehmen oder Firmen mit grosser Praktikantenanzahl stehen vor dem Problem, dass diese nach spätestens 6 Monaten ein Unternehmen wieder verlassen und damit als entsprechende Ansprechpersonen auch wieder wegfallen. Viele nutzen daher ein „neutrales Suchprofil“ für das Recruiting und sind damit (vermeintlich) auf der sicheren Seite. Oftmals fällt dies auch gar nicht auf, weil die meiste Korrespondenz via E-Mails abläuft.
Erheblicher Imageschaden
Es gibt allerdings auch immer wieder Fälle, wo diese „Identitätsblendung“ auffliegt. Die Folgen sind für Unternehmen dann weitaus unangenehmer als die wechselnden Mitarbeiter. Dies zeigt auch das genannte Beispiel. Zwar tauschte die betreffende Firma das Fake-Bild nach einer Kontaktaufnahme durch Herrn Riecher kommentarlos aus, allerdings bleibt dies in Zeiten von Twitter, Facebook und Blogs nicht unbemerkt. (wie man beispielsweise auch an diesem Blogbeitrag erkennen kann).
Handlungsempfehlungen
Unternehmen sollten sich die beiden Komponenten Authentizität und Transparenz stärker zu Herzen nehmen. Für das Recruiting ist es daher unerlässlich, die potenziellen Arbeitnehmer mit „realen Personen“ zu kontaktieren. Spätestens wenn der entsprechende Arbeitnehmer die offerierte Stelle antritt und feststellt, dass diejenig Person, die ihn kontaktiert hat, gar nicht existiert, leidet das Employer Branding deutlich.


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