Kreativität und Ideenreichtum sind nicht unbedingt zwei Wörter, die man mit einem Lebenslauf in Verbindung bringen würde. Im Gegenteil: die meisten sind streng genormt, schlicht und eher zweckmässig formatiert. Inhaltlich beschränken sich diese primär auf die wichtigsten Stationen im Leben – wie beispielsweise Ausbildung und Berufserfahrung. Dass es auch anders geht, zeigt Hagan Blount aus New York auf seiner Website.
Statt genormten Tabellen setzt Hagan Blount auf eine optisch ansprechende Infografik, welche zum einen Informationen aus seinem Werdegang beinhaltet – und zum anderen durch witzige Aussagen ergänzt wird. So verpackt er die Information, dass er drei Sprachen spricht, beispielsweise in die Aussage, dass er in drei Sprachen Essen bestellen kann. Auch die Information, dass er bereits 26 Stempel in seinem Reisepass habe, ist nicht unbedingt alltäglich.
Selbstverständlich verfolgt er damit auch ein Ziel: Kunden/Jobs gewinnen, und zwar im Bereich Social Media. Um ihn möglichst einfach zu kontaktieren, bietet der den Usern sogar zwei bereits vorgefertigte E-Mail-Texte zur Auswahl an:
- Hi Hagan, I’m looking for help on a project.
- Hi Hagan, I think you’d be a great fit on our team!
Nebst einiger Presseartikel erzielte Hagan, laut eigenen Angaben, 9‘000 PageViews auf seinem Lebenslauf, und das in nur einer Woche. Ein beeindruckendes Ergebnis, allerdings lässt dies keinerlei Rückschlüsse darauf zu, ob er daraus auch wirklich Aufträge oder Jobs generieren konnte. Für sein Personal Branding war diese Aktion allerdings ohne Frage positiv.
Diese Vorgehensweise ist jedoch nicht für jeden empfehlenswert. In kreativen oder neuen Berufen wie beispielsweise dem Social Media Manager ist dies auf jeden Fall eine Option, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. In eher klassischen Berufen oder in Top-Positionen wird in den meisten Fällen ein starker Fokus auf Seriosität gelegt: hier punktet der klassische Lebenslauf nach wie vor. Zudem besteht auch an dem aufbereiteten Lebenslauf von Hagan Blount noch Optimierungsbedarf. So ist das Ganze zwar unterhaltsam und visuell ansprechend aufbereitet, der Informationsgehalt aber doch etwas gar gering.
Fazit
Die regelmässig von uns vorgestellten Kampagnen stellen eine gute Grundlage dar, um eigene kreative Bewerbungskampagen zu entwickeln – und sie auf den eigenen Job anzupassen. Diese unreflektiert zu übernehmen, sollte allerdings nicht das Ziel sein und dürfte in den wenigsten Fällen erfolgsversprechend sein.


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