Bewerbung 2.0

Wer sich vor ein paar Jahren auf eine Stelle bewerben wollte, hatte oft nicht grosse Freiheiten bei der Formwahl: Eine schriftliche Bewerbungsmappe, per Post gesendet, sollte es sein. Gemäss einer Studie vom Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) und der Universitäten Frankfurt am Main und Bamberg dürfte die Bewerbung per Post aber bald der Vergangenheit angehören.

Kernaussagen der Studie, bei der rund 500 Schweizer Top-Unternehmen befragt wurden:

• Jede dritte Bewerbung kommt per E-Mail
• Das Internet ist eindeutig zum wichtigsten Rekrutierungsmedium avanciert
• E-Mail und Bewerbungsformulare sind sehr beliebt
• Noch nie wurden so viele Stellen über das Internet ausgeschrieben wie zum heutigen Zeitpunkt
• Bewerbung per Post ist dennoch weiterhin sehr beliebt

Trotz der Beliebtheit des Internets favorisieren auch viele Personalverantwortliche weiterhin das klassische, physisch präsente Bewerbungsschreiben (45,3 Prozent der Studienteilnehmer). Die E-Mail-Bewerbung wird von rund 27,9 Prozent gewünscht. 15 Prozent mögen die Formularbewerbung am liebsten und 11 Prozent können sich nicht auf einen konkreten Favoriten festlegen.

Künftig werden aber Online-Bewerbungen noch mehr an Bedeutung gewinnen: Bis 2012 akzeptiert gemäss der Umfrage nur noch jeder Vierte eine Bewerbung per Post. Dies kann zu einem grossen Nachteil für ältere Menschen werden, welche im Umgang mit diesen neuen Technologien (noch) nicht so versiert sind wie die „Generation Millenium“.

Effizienzproblem

Durch die Möglichkeit, die Bewerbung in verschiedenen Formaten einzugeben, leidet die Effizienz eines Unternehmens: Die Auswertung der verschiedenen Dokumente stellt nicht nur ein grosser Zeitaufwand dar, sondern ist auch sehr kostspielig. Viele Unternehmer wünschen sich daher eine stärkere IT-Unterstützung, nur 36 Prozent der Studienteilnehmer sind zufrieden mit den bisherigen Leistungen.

Internationalität

Gemäss einer anderen Studie von Cranfield, ist es sehr schwierig, im Vergleich der verschiedenen Länder zum Thema Rekrutierung einen gemeinsamen Nenner zu finden: Aufgrund der verschiedenen verwendeten Methoden bei der Neugewinnung von potenziellen Arbeitnehmer gäbe es keinen „westeuropäischen Standard“, die Bewerbungsinterviews müssten landesspezifisch angepasst werden.

Fazit

Die Studie zeigt viele Chancen auf, die mit den neuen Bewerbungsmöglichkeiten entstehen. Die Personalverantwortlichen müssen aber vorsichtig sein, dass sich diese Chancen für die einen, nicht zu einem Nachteil für andere entwickeln.

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4 Antworten auf Bewerbung 2.0

  1.  Netscoutt schrieb am 24. Feb. um 10:46

    Denke, dass schriftliche Bewerbungen noch länger weit verbreitet werden. Denn seitenlange Bewerbungen auszudrucken macht nur wenigen Leuten Spass. Kann echt mühsam sein. Vor allem, wenn die Bewerberinnen und Bewerber keine Standardformate verwenden.

  2. Pingback: Prospective » Blog Archive » „Recruiting Trends 2009“ – Studie von Monster

  3. Pingback: Prospective » Blog Archive » Personal Branding – Eigenmarketing im Internet


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