Die virtuelle 3D-Welt «Second Life» ist aktuell aus dem Bewusstsein der Medien verschwunden. Allerdings wird die Parallelwelt weiterhin intensiv genutzt. Darum sind wir sind der Frage nachgegangen, ob Personal-Recruiting im Second Life funktioniert.
Second Life wurde im vergangenen Jahr von den Medien hochgehypt. Dann begann das Bashing. Aktuell ist die Plattform aus dem Agenda Setting der Medien gestrichen – allerdings wird die Plattform intensiver genutzt denn je. Die kumulierte Verweildauer der Avatare steigt nach wie vor, die Zahl der registrierten User ist mittlerweile auf über 15 Millionen gestiegen.
[Quelle]
Unabhängig von den Nutzerzahlen stellt sich die Frage, ob sich Second Life für die Rekrutierung eignet. Die folgenden zwei Erfahrungsberichte stimmen zuversichtlich:
Das Beratungsunternehmen «Cirquent» konnte bereits viele Talente ansprechen
Cirquent hat bereits positive Erfahrungen gesammelt. Personalmarketing-Chef Kinkel konstatiert:[via]
Second Life ist eine interessante Plattform für uns. Wir haben dort ein Recruiting-Event veranstaltet und waren mit den Kontakten sehr zufrieden.
Die Public Relations-Verantwortliche Mike Leopold berichtet im E-Commerce-Magazin 05/08 in ihrem lesenswerten Artikel ausführlich über das Engagement des Beratungsunternehmens in der virtuellen Welt.
Second Life bleibt als reichweitenstärkste 3D-Online-Community sinnvoller Bestandteil unserer Recrutiting- und Personalmarketing-Massnahmen.
Dies Ihre Schlussfolgerungen.
IBM rekrutiert erfolgreich via Second Life
IBM betreibt in Second Life ein eigenes virtuelles Recruiting-Center. Jens Poppe, verantwortlich für das Hochschulmarketing, Recruitment & Studentenprogramme bei IBM, erklärt die Beweggründe für die Aktivitäten im Metaversum: [via]
Wir haben einen grossen Einstellungsbedarf in den Bereichen Consulting, Sales und IT-Entwicklung.
Und scheinbar ist Second Life der richtige «Ort», um neue Talente anzusprechen. So soll IBM bereits über 300 potenzielle Bewerber via Second Life angesprochen haben.
Andere Unternehmen wiederum beschränken sich darauf, virtuelle Jobanzeigen in der 3D-Welt zu platzieren.
Vorteile virtueller Welten für das Recruiting
Die beiden Beispiele und Erfahrungsberichte zeigen das Potenzial von virtuellen Welten für das Recruiting auf. Denn die Vorteile liegen auf der Hand, um nur zwei zu nennen:
- Durch den Aufenthalt im Second Life signalisiert ein Bewerber seine Affinität für neue Medien und ein gewisses Technologie-Verständnis. Je nach Anforderungsprofil selektioniert er sich so quasi selbst.
- Durch die Anonymität verlaufen die Gespräche offener und entspannter. Der Erstkontakt wird leichter hergestellt, die Hemmschellen für die Kontaktaufnahme sind tiefer.
Umgekehrt eignet sich Second Life natürlich nicht für jedes Unternehmen für das Recruiting. Die Zukunft wird zeigen, ob sich Second Life im Speziellen und virtuelle Welten im Allgemeinen für die Mitarbeitersuche an Bedeutung gewinnen werden.


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